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Im Zuge der Regionale2010 sollte der "neue" Stadtpark Leichlingens, der Anfang der 70er Jahre errichtet wurde, einem Einkaufszentrum mit Tiefgarage weichen.

In der ursprünglichen und im Jahr 2010 vorgestellten Planung des Architekten Nikolaus Fritschi waren mehrere Gebäude für Handel, Wohnen und Bibliothek auf beiden Straßenseiten (neuer Stadtpark und Kaufpark-Areal) vorgesehen - die Größe des Supermarktes auf dem Stadtpark-Gelände sollte 3.500 m² beanspruchen. Seitens der Stadt Leichlingen und der AS-Projektentwicklung erfolgten bis Sommer 2011 diverse Kompromissvorschläge, an der Bebauung des Stadtparks wurde aber weiterhin festgehalten. Der Investor Recona zog sich anschließend aus diesem Projekt zurück.

Ein erneuter, vom Architekten Bernhard Reiser (MESA Stuttgart) erstellter Bauplan wurde am 12.12.2011 zunächst in einer geheimen Ratssitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt und erst in der folgenden Ratssitzung am 22.12.2011 den Leichlinger Bürgern präsentiert.
Dieser sah ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 10.000 m²(!) und einer Tiefgarage mit 500 Stellplätzen vor, welches sich vom "Stelzenhaus" über die Neukirchener Straße hinweg bis ans Wupperufer erstrecken sollte. Die Neukirchener Straße sollte für diesen Zweck tiefer gelegt werden, zusätzlich war eine weitere Brücke über die Wupper geplant.

In der letzten Planung, welche ebenfalls von Architekt Berhard Reiser (MESA Stuttgart) entworfen und am 31.07.2014 in einer Sonderratssitzung vorgestellt wurde, soll zwar der neue Stadtpark zum Großteil erhalten bleiben und aufgewertet werden, dafür wird hierbei Abriss und Neubau des jetzigen Rathauses einbezogen. Die "Stadtpark-Galerie" mit 9.000 m² Verkaufsfläche und 1.600 m² Wohnfläche soll sich hierbei vom Grundstück des jetzigen Rathauses über die Neukirchener Straße hinweg bis zum Wupperufer erstrecken. Wieder soll die Neukirchener Straße bei diesem Projekt tiefergelegt werden, um eine Einfahrt in eine Tiefgarage mit 300 Stellplätzen zu ermöglichen. Um das Ein- und Ausfahren zu regeln, ist ein weiterer Kreisverkehr an der Einmündung Am Büscherhof geplant. Das neue Rathaus soll mit einer Nutzfläche von 3.800m² auf dem Areal der Tankstelle gebaut und anschließend an die Stadt Leichlingen vermietet werden.
Die komplette Projekt-Präsentation kann hier eingesehen werden: Stadtpark-Galerie

Immer wieder wird den Leichlinger Bürgern vorgeworfen, dass sie die Einsprüche über die neue Planung nicht rechtzeitig eingebracht hätten. Angeblich sei das Projekt bereits seit dem Jahr 2005 in Planung.

Die EU-Fördergelder aus der Regionale 2008 wurden im Rahmen eines Masterplans von Kommunalvertretung und Verwaltung für die neue Brücke am Pastorat ausgegeben. Planungs-Modelle zum Wupperufer wurden bei Architekturbüros angefordert und intern besprochen. Weitere Fördergelder der jeweiligen Regionalen in den Folgejahren sollten sinnvoller verplant werden. Dazu hat der Bürgermeister sehr demokratisch und im Bewusstsein des Umfangs einer möglichen Innenstadtentwicklung am 11.06.2008 zur Bürgerwerkstatt eingeladen. An drei Veranstaltungstagen wurden in mehreren Gruppen Vorschläge notiert. Vorher bekamen die anwesenden Bürger einen Vortrag vom Beauftragten der Regionale Herrn Molitor zu hören und von einem Architekten die Erneuerung des Gebietes am Wupperufer vorgeführt.
Angeblich soll innerhalb der Bürgerwerkstatt die Idee gewachsen sein, den Stadtpark zu bebauen. Dies lässt sich aber nicht nachweisen, da kein Protokoll geführt wurde. Wegen dieser neuen Möglichkeit wurden nun weitere Architektenpläne angefordert.

Erst Mitte 2009 sickerte die Entscheidung über die Stadtpark-Bebauung durch den Bau-und Umweltausschuss durch. Daraufhin erfolgte im August 2009 die erste Gegenwehr der Bürger in Form von Leserbriefen und Plakatierungen innerhalb des Stadtparks. Obwohl kurz darauf die Kommunalwahlen stattfanden, wurden die Pläne über die Stadtpark-Bebauung in keinem einzigen Wahlprogramm erwähnt. Die Presse berichtete erst Mitte 2010 ausführlich von den Bauplänen der Stadt. Die Leichlinger Bürger konnten es kaum glauben, als sie die Baupläne zu sehen bekamen. Da es vorher keine Informationen für die Leichlinger Bevölkerung gab, konnte sie sich nicht früher zur Wehr setzen!

Daraufhin haben über 4.000 Leichlinger innerhalb von nur 3 Wochen mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht, dass ihnen die vorgelegten Pläne für die Umgestaltung der Innenstadt so nicht zusagen. Sie wollen ihren Stadtpark behalten, denn er "dient zur Erholung unserer Bürger", das sagt zumindest ein Schild am Rande des Parks. Die Bürger möchten einen neuen, gut gestalteten Lebensmittelsupermarkt an Stelle des alten Kaufpark-Gebäudes und der unattraktiven Tankstelle, und zwar so, dass etwa ein Drittel des Wupperufers grün wird.
Leichlingen braucht gute Einzelhandelsgeschäfte und einen Lebensmittelmarkt im Zentrum. Dies kann mit einer sensibleren und weniger Fläche verbrauchenden Planung erreicht werden. Wir brauchen nicht noch mehr Leerstände und ein riesiges Einkaufszentrum mit Ketten, die dem ansässigen Einzelhandel Konkurrenz machen!

Der Stadtpark ist als grüne Lunge inmitten der Stadt Sauerstoff- und Schattenspender, filtert Abgase und Lärm. Er ist den Bürgern als Fläche zur Erholung gewidmet und soll den Kindern weiterhin als Spielplatz erhalten bleiben. Er ist als öffentlicher Raum für die Bereiche Gesundheit, Soziales und Freizeit von wesentlicher Bedeutung für das Gemeinschaftsleben in der Stadt. Ein Verlust ist in der Innenstadt nicht ausgleichbar. Der "neue" Stadtpark soll erhalten bleiben!
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